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22.11.2004
Der Neue Tag, Weiden, 18.11.
Hausmann als Top Manager
Polit-Kabarett auf
der Tauritzmühle: Klaus Wührl glänzt mit Wortwitz
Speichersdorf. (ebs) Mit Klaus Wührl und seinem
Programm "Der Hausmann" präsentierte Organisator Reiner
Prischenk auf der Tauritzmühle einen neuen Namen und wagte
sich damit auf ungewohntes Terrain: Zum ersten Mal gab es
Polit-Kabarett in der Mühle - und, um es vorweg zu nehmen:
Trotz einiger Längen im Programm eine gelungene Darbietung
voller temporeichem Wortwitz.
Starke Seite des Künstlers sind dabei vor allem seine
scharfzüngigen Erklärungen zur Welt aus der Sicht eines
Hausmanns - gleich zu Beginn räumt er mit einem Vorurteil
auf: Hausmänner mit Schürze, das war einmal - angesagt sei
jetzt der Manager eines Household Facility Managements,
wobei er natürlich der Top Manager ist - daher in Anzug und
Krawatte auftritt - und seine jetzt im Haushalt mit
Begeisterung mithelfenden Kinder das Middle Management
stellen.
In diesem Rahmen baut Wührl konsequent sein Programm auf,
schlägt den Bogen von Emanzipation über die Global Players
und einer damit verbundenen neuen Sprachregelung,
schwadroniert über den "Sozialisten" "Schorsch" Bush und
seinen verschärften diplomatischen Konflikt unter
Zuhilfenahme taktischer Humanoidvertilger im Irak. Er
erklärt, was ein lesbischer Mann ist, und wie schwer der es
hat, und wie Frauen in 52 Wochen 52 Kinder kriegen können.
Werbepausen und Privatfernsehen, Pisastudie, Gymnasialreform
und die richtige Sprachwahl in der Erziehung zur Vermeidung
fremdenfeindlicher Exzesse fehlen nicht. Dabei sucht Wührl
immer wieder spontan den Kontakt zum Publikum, das er zu
Lachsalven hinreißt. Politisch korrekt will er nicht sein.
Er ist frech, doch nicht moralisierend und bietet so, in
bester Kabarett-Tradition kritische Anmerkungen mit hohem
Unterhaltungswert.
Mit freundlicher Genehmigung von
Der Neue Tag, Weiden
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