Spritzig und wortgewandt
MERKENDORF (sö) – Spritzig, fetzig, wortgewandt – so
präsentierte sich der Bayreuther Kabarettist „Hausmann
Wührl“ mit seinem Programm „Leichenschmaus“ in der
Zehentscheune in Merkendorf. Eingeladen vom örtlichen
Kulturverein KiM nahm er das begeisterte Publikum mit
auf eine rasante Reise durch Sprache, Politik und
Alltagsgeschehen.
Klaus Wührl spannte ohne Mühe einen weiten Bogen
zwischen dem indischen Taj Mahal, einem Grabmal, das an
eine große Liebe erinnert, und der alltäglichen Liebe,
die sich in der Haushaltarbeit beweist. Hier entdeckt er
die Poesie des Haushaltes. „Das Essen ist ein Gedicht“
oder den „Jambus des Geschirrspülens“, bevor es
weitergeht zum globalen Lernen der Lateinvokabeln des
hoffnungsvollen Nachwuchses.
Doppelsinnig und hintergründig öffnet er seinen Zuhörern
die Augen, wenn er seine gedanklichen Rundumschläge
verteilt. Neben den Themen der großen Politik und der
wirtschaftlichen Globalisierung greift er auch immer
wieder aktuelle örtliche Begebenheiten mit auf. Seine
Zuhörer lässt er nur kurz im Vertrauten ausruhen, bevor
sie wieder mitgerissen werden in all die Aktivitäten,
die zu seiner „World wide mobil after death event
cartering party“ gehören.
Blitzschnell muss das Publikum seinen Gedankenblitzen
folgen, wenn er mit „Ali Stoiba und den fünfzehn Roiba“
in der Roibahöhle im Bundestag verschwindet – und alles
zum Wohle des Volkes. Seine skurrilen Gedankenbilder
(„Kennen Sie einen Terroristen? – Sehen Sie, sind total
selten.“) entwirft er mit entwaffnender Logik und
verwebt sie in Höchstgeschwindigkeit zu einer
umfassenden Teppich aus Show, Politik, Weltgeschehen und
dem ganz normalen Alltag. Ein gelungener Abend in der
ausverkauften Zehentscheune mit einem spritz-lebendigen
Klaus Wührl.
Quelle:
Altmühlbote Gunzenhausen
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