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2.3.2010

Olympisches Flair beim Monatsabwasch

La-Ola-Wellen für Klaus Wührl im Bechersaal 

von Sandra Buchwald

BAYREUTH.  Pünktlich zum Monatsabwasch war der olympische Geist von Vancouver direkt in den Bechersaal geschwappt. Von „Hausmann“ Klaus Wührl in „freischaffende Fans“ umfunktioniert, glänzten seine Gäste mit sportlichen Einlagen von Curlingeinsätzen über Skispringen bis zu Eiskunstlaufposen und belohnten die besten Gags des Kabarettisten mit ausgiebigen La-Ola-Wellen.

„In Vancouver waren Winterspiele, bei uns war der Winter echt“, erinnerte der traditionell mit Küchenschürze angetretene Wührl ans Schnee chaos der vergangenen Wochen. Natürlich nicht ohne einen Seitenhieb gegen den städtischen Schnee räumdienst. Der habe zwar immer mit einem Lawinenabgang am Buchstein gerechnet, ansonsten den Schnee auf Straßen und Gehsteigen eher ignoriert. Frei nach der Devise: Der ärgert sich dann und geht von alleine. Bestens vom Gitarrensound und dem schrägen Polithumor der Band B3B1B unterstützt, widmete sich der spottende Hausmann beim Februarabwasch besonders wüsten Ehedesastern – allen voran dem Bayreuther, der wegen Randale seine Hochzeitsnacht in der Ausnüchterungszelle verbringen musste. Gesundheitsminister Philipp Rösler hätte das nicht passieren können, grinste Wührl. Glatt wie ein Zäpfchen könnte der durch die engsten Gitterstäbe entkommen.

Auch der Fall des Arabers, der nach dem ersten Blick hinter den Schleier seiner Frau eine schielende Gattin mit Damenbart entdeckte und postwendend die Hochzeit annullierte, beschäftigte den Kabarettisten. Das sei schon aweng wie mit der schwarzgelben Regierungsehe. Die beiden Parteien wären ja auch verschleiert vor den Altar getreten und hätten – allen voran die alte Erbtante der Union – erst im Nachhinein gepeilt, was für Pappschachteln sie geheiratet hätten.

Traditionell gab es auch für die heimischen Politiker kein Entrinnen vor Wührls humorigen Rundumschlägen. Grinsend bemerkte er, dass „das Muttertier der Bayreuther Frauenunion“, Altstadträtin Elisabeth Bauriedel, anscheinend über die Frauenquote ihr linkes Herz entdeckt habe. Was bei den Leistungen der Union ja auch kein Wunder sei. Die Hoffnung auf die Entfaltung wahrer Talente sah der Hausmann indes bei Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl. Der habe am Fasching mit seiner glänzend gereimten Laudatio auf Sissy Thammer durchblicken lassen, dass Büttenreden seine wahre Bestimmung sein könnten.

Seine Schlagfertigkeit bewies der wischtuchschwingende Wührl im Dialog mit seinen Anhängern, die ihm – ganz mit olympischem Sportgeist – aus ausgeteilten Zeitungen Steilvorlagen für spontanen Spott lieferten. Auf die Tour käme er zu neuen Ideen, schmunzelte Wührl, der als „opportunistischer Themenschleimer“ somit eine Art „Westerwelle des Kabaretts“ sei. Überhaupt sei man ja momentan dabei, ein Programm zu entwickeln, das Zeitungsschlagzeilen eigenständig in kabarettistische Texte umwandelt. Erste Versuche hätten viel Applaus geerntet, grinste Wührl. Allerdings habe man schnell gemerkt, dass die humorigen Texte nur die Protokolle aus dem Hollfelder Stadtrat gewesen seien, setzte er unter dem brüllenden Gelächter im Bechersaal hinzu.

Neben der Schlagzeile „Deutsch mit Westerwelle“ („Das ist wie ;Wer wird Millionär‘ mit Heidi Klum – das passt nicht zusammen“), faszinierte den Komiker vor allem der Titel „Rote Laterne hängt weiterhin in der Saas“. Das sei keine Überschrift aus dem Sportteil, sondern vielmehr aus der Rubrik Bekanntschaften, schmunzelte Klaus Wührl. „Die hängen am Abend die rote Laterne raus, dann kannst du dir für zwei Stunden einen Spieler mieten.“

Zum Original-Bericht des Nordbayerischen Kuriers

Mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kurier, Bayreuth

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